Aus Solidarität mit den Opfern
… in der Tierversuchsanlage im Gebäude 22.22 und in den Fakultäten

Tierversuchsanlage direkt auf dem Campus
Jeden Tag laufen hunderte Studierende auf dem Weg zur Mensa und zurück an der zur Uni gehörenden Tierversuchsanlage vorbei – die meisten unwissend.
Kein Wunder, denn es gibt kein Schild, welches auf den Zweck von Gebäude 22.22 hinweist. Lediglich an Zugängen im zweiten Untergeschoss, die mit Kameras und Stahltüren gesichert sind, findet sich ein Schild: ‚Eingang TVA’. Das Gebäude ist auch oberirdisch nicht frei zugänglich und zudem sind die Fensterfronten mit Stoffbahnen verhangen.
Augenzeugenberichte
Um mehr über die Vorgänge in der TVA zu erfahren ist es nötig in Fachzeitschriften zu recherchieren.
Dabei stößt mensch auf Versuchsbeschreibungen wie die untenstehende.
Abseits der ethischen Haltlosigkeit, führen die Experimentator_innen ihre Arbeit hier anschließend auch vom wissenschaftlichen Aspekt her ad absurdum, da sie nicht wissen, ob die Ergebnisse auf den Menschen übertragbar sind: „Bei der Interpretation der vorliegenden Studie, ist fraglich, ob die gewonnenen Daten aus einer präklinischen Studie an Hunden auf die klinische Situation angewendet werden können“.1 Dieses Schema findet sich in vielen Versuchen wieder. Ökonomisch gesehen macht diese Vorgehensweise sogar Sinn: Je mehr Veröffentlichungen in renommierten Fachzeitschriften, desto mehr Forschungsgelder und Drittmittel fließen – für weitere grausame und sinnlose Versuche.

Auch für die Fakultäten wird getötet
Jedes Jahr aufs Neue werden in der biologischen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität so genannte tierverbrauchende Versuche durchgeführt. Dahinter verbirgt sich eine längst überholte Wissenschaftsauffassung, deren Grundlage das Züchten, Quälen und Töten von Lebewesen – wie Hühnern, Mäusen oder Fischen2 – ist.
Viele Studierende werden entgegen ihres Gewissens dazu gezwungen, an Tierversuchen und/oder tierverbrauchenden Übungen teilzunehmen. Ohne die Teilnahme an diesen Übungen erhalten sie nämlich keinen Leistungsnachweis für das ‚Praktikum: Einführung in die Zoologie’ und können somit ihr Studium nicht erfolgreich absolvieren.
Während in Deutschland das Recht auf Lehrfreiheit (Art. 5 Abs. 3 GG) immer noch höher bewertet wird als die Gewissensfreiheit sowie die Freiheit der Berufswahl (Art. 4 Abs. 1 & Art. 12 Abs. 1 GG), ist es in Italien, den Niederlanden, Österreich, Schweden und der Ukraine längst möglich, die Teilnahme an Tierversuchen und tierverbrauchenden Übungen abzulehnen, ohne dass den Studierenden daraus Nachteile entstehen dürfen.
Außerdem gibt es zahlreiche Methoden, die den ethisch ohnehin nicht vertretbaren Tierverbrauch, zudem wissenschaftlich sinnlos machen. Mittels Computersimulationen, Filmen und Modellen kann die Anatomie eines Tieres studiert werden. Simulationen bieten Möglichkeiten, welche beim Sezieren undenkbar sind: Per Knopfdruck können bestimmte Bereiche des Tierkörpers eingehender betrachtet, zusätzliche Informationen geliefert und Abläufe in einem Organismus genau beobachtet werden.
Auch an anderen Einrichtungen der Heinrich-Heine-Universität, z.B. am Institut für Experimentelle Psychologie3 oder am Institut für medizinische Mikrobiologie4, werden immer wieder Tierversuche oder tierverbrauchende Arbeiten durchgeführt.
Wir rufen alle Studierenden dazu auf, sich nicht zu solchen Grausamkeiten drängen zu lassen. Nichtmenschliche Tiere verdienen Solidarität und dürfen niemals als Objekt oder wissenschaftliches Material angesehen werden, weder in der TVA noch im Supermarkt. Setzt Euch ein für einen Weg, bei dem Euch Euer Empathievermögen während des Studiums nicht genommen wird.
Die Verantwortlichen schweigen
Sowohl Dr. Martin Sager, Leiter der Anlage, als auch Prof. Dr. Dr. Piper, Rektor der Heinrich-Heine-Universität, verweigern seit mehr als einem Jahr jegliche Auskunft in Bezug auf die TVA. Das folgende Dokument5 der Gesellschaft für Versuchstierkunde vom Oktober 2009 kann lediglich einen kleinen ‚Einblick’ liefern.
Vor Ort werden Mäuse, Ratten, Schweine, Hunde, Katzen und Affen gezüchtet. Zudem sind Kaninchen, Meerschweinchen und Rennmäuse (Gerbile) ständig in Gefangenschaft gehaltene Tierarten.
Solidarisieren – Protestieren – Button tragen
Bereits seit zwei Semestern protestieren Studierende gegen die Tierversuche und den Tierverbrauch an der HHUD und am Uni-Klinikum. Jetzt ist es an der Zeit diesen Protest auszuweiten!

Tierversuche sind eine Sackgasse!
Solidarisiere auch Du Dich mit den Tieren in der Tierversuchsanlage (Gebäude 22.22), die dort gezüchtet, gequält und getötet werden.
Protestiere mit uns gegen eine ethisch nicht zu vertretende Wissenschaft, die zudem den medizinischen Fortschritt behindert, weil Tierversuche nicht auf den Menschen übertragbar sind.
Trage den Button als Zeichen Deiner Solidarität und Deines Protests.
Quellen:
1 Schwarz F., Herten M., Sager M., Wieland M., Dard M., Becker, J.: Bone regeneration in dehiscence-type defects at chemically modified (SLActive®) and conventional SLA titanium implants: a pilot study in dogs. In: Journal of Clinical Periodontology, 34 (2007), S. 78-86.
2 Handout aus der Einführungsveranstaltung des ‘Praktikum: Einführung in die Zoologie’ im SS 2010 an der HHUD.
3 Buddenberg, Tim Ernst: Die Effekte von Testosteron und Dopamin auf depressions-ähnliche Verhaltensweisen männlicher Ratten, Düsseldorf: Institut für Experimentelle Psychologie an der HHUD, 2008.
4 Beuter-Gunia, Cornelia: Identifizierung und Charakterisierung von IFN regulierten Effektormolekülen (mGBP7, SSPII) in der antimikrobiellen Immunantwort, Düsseldorf: Institut für medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene an der HHUD, 2008.
5 www.gv-solas.de/auss/aus/aus_praktikum1009.pdf (Stand: 21.09.2010)
Viele Gegner von Tierversuchen und Tierverbrauch führen als Argument auch die rechtliche Dimension, das Tierschutzgesetz, an. Dies lehnen wir strikt ab, da das Tierschutzgesetz den Objektstatus von nichtmenschlichen Tieren nicht in Frage stellt. Im Gegenteil er wird dadurch legitimiert.
Unser Protest gegen die Tierversuche und den Tierverbrauch an der Heine-Uni verstehen wir als
einen Beitrag der Tierbefreiungsbewegung. Wir lehnen jegliche Ausbeutung von Tieren (inkl. dem Menschen), ganz gleich, ob zum Zwecke der Lebensmittel- und Güterproduktion, zu Unterhaltungszwecken oder als Forschungsobjekt ab.




