Buchvorstellung: Das Schlachten beenden. Zur Kritik der Gewalt an Tieren. Anarchistische, pazifistische, feministische und linkssozialistische Traditionen
Buchvorstellung und Diskussion mit Lou Marin (Verlag
Graswurzelrevolution) am 8. Juni, ab 19 Uhr Vokü, ab 20 Uhr Lesung im
Linken Zentrum „Hinterhof“, Corneliusstraße 108, 40225 Düsseldorf
Waren die modernen Schlachthäuser von Chicago bis Tula/Russland, die im
ausgehenden 19. Jahrhundert die Epoche der industriellen Schlachtung
und Massentierhaltung einläuteten, wirklich eine „humanere Form des
Tötens“, wie es damals propagiert wurde? Gibt es überhaupt moderne,
„humane“ Formen des Tötens? Leo Tolstoi hat einen dieser modernen
Schlachthöfe besucht und war geschockt. Magnus Schwantje hat dann
mitten im Ersten Weltkrieg Analysen zum Zusammenhang von Tiermord und
Menschenmord veröffentlicht. Für den Anarchisten Elisée Reclus gehörte
zu einer anarchistischen Moral die vegetarische Lebensweise. Die
Feministin, Juristin und gewaltfreie Anarchistin Clara Wichmann stellte
eine Rechtstradition infrage, die Tiere mit Sachen gleichstellte.
„Sozialismus heißt ausbeutungsfreie Gesellschaft“, propagierte in den
zwanziger Jahren der „Internationale Sozialistische Kampfbund“ (ISK)
und meinte damit, dass auch Tiere frei von Ausbeutung leben sollten.
Die heutigen Kontroversen um Veganismus, Tierrechts-Bewegungen,
Kampagnen gegen Massentierhaltung und Tierversuche haben eine
Geschichte, die zum Teil mit anarchistischen, pazifistischen,
sozialistischen und feministischen Argumentationen verknüpft war. Das
Buch geht diesen historischen Spuren nach.
Siehe auch: http://www.graswurzel.net/verlag/vege.shtml

